|
Erstes Lebenszeichen aus Russland.
Wir kommen bis auf wenige Unannehmlichkeiten reibungslos in Berlin an. Dort mussten wir erst einmal eine Stunde warten, ehe wir unsere Taschen abgeben konnten und durch den Zoll durften. Bis wir ins Flugzeug stiegen vergingen noch ein paar Stunden, in denen manche schliefen oder in ihrem Glasok blätterten. Der Flug war recht angenehm. Trotz der Aufregung schliefen viele.
In Russland angekommen, setzten wir uns in den Bus und versuchten die ¾ Stunde, die uns noch blieb, zu schlafen. Als wir am 3-Bahnhofseck ankamen, parkte unser Bus verblüffenderweise, wie einige(viele) andere Autos auch, mitten auf der Straße.
Im Kasanskij Bahnhof gaben wir dann unsere Koffer ab und begannen müde unsere Stadtrundfahrt. Nach einem kurzen Stopp im „Schokoladenmädchen“ begannen wir die Stadtrundfahrt. Die Stadtführerin erzählte uns ausführlich viele Details über die Sehenswürdigkeiten der wunderschönen Stadt Moskau. Nach kurzen Stopps bei der Universität und dem Jungfrauenkloster hielten wir am Kreml. Unterwegs machten wir viele Fotos. Leider hatten wir mit dem Wetter etwas Pech, es war grau, ziemlich kühl und später begann es noch zu regnen.
Zum Abschluss besuchten wir den Kreml. Mit zahlreichen Informationen ausgestattet, schauten wir uns diesen historisch wertvollen Platz an und gingen sogar in die Krönungs- und Empfangskirche des Zaren. Anschließend staunten wir über die größten Schätze Russlands in der Schatzkammer, begleitet von unserer erzählfreudigen Stadtführerin.
Danach ging es endlich auf den großartigen Roten Platz. Natürlich haben wir auch hier sehr viel fotografiert. Das Leninmausoleum war geschlossen, aber wir nutzten natürlich die Möglichkeit die ehrwürdige Basiliuskathdrale zu besichtigen und natürlich auch das GUM, was man etwa mit dem KDW in Berlin vergleichen könnte. Auf Grund des schlechten Wetters fuhren wir dann nicht mehr auf den Arbat, sondern mit der Metro zum Kasanskij Bahnhof und warteten auf unseren Schlafwagenexpress.
Als wir ziemlich müde und geschafft in den Zug stiegen, glaubte niemand daran, die Nacht in dem beengten Abteil verbringen zu können, geschweige denn seinen Koffer unterzubringen. Aber dieses Abenteuer muss man nun mal haben. Letztendlich haben wir es geschafft und Essen gab es auch reichlich. Wir haben uns auch schnell an die extreme Wärme im Zug gewöhnt und gegen 8 schon alle geschlafen.
Am nächsten Morgen machten wir es uns im Zug gemütlich, frühstückten ausgiebig (russisches Frühstück mit Salat, warmem Essen und Bulotschki) und fanden uns ganz gut zurecht. Gegen halb eins kam der Zug nach endloser Steppe und nur ab und zu einem Bahnhof in Rostov am Don an.
Es war uns schon ganz schön unheimlich, dass wir ab jetzt nur noch Russisch hören würden und wir waren natürlich sehr gespannt auf unserer Partner.
Ich wurde super aufgenommen und erstmal, soweit ich es verstanden habe, gingen wir in ein kasachisches Restaurant. Meine Gastmutter und mein Partner sind sehr freundlich und wir unterhielten uns so gut wie möglich. Meine Gastfamilie hat ein sehr schönes Apartment im 4. Stock. Am Abend ging ich mit meinem Partner und seinen Freunden durch die Stadt und wir schafften es ganz gut uns zu unterhalten, Englisch mit einigen russischen Wörtern durchsetzt.
Müde und erschöpft viel ich am Abend ins Bett und bin schon auf den ersten Tag im Lyzeum gespannt.
Thomas Börner
  
Dienstag, der 23.03.2010
Gegen zehn Uhr trafen wir uns alle in der Schule und hatten jeweils eine Doppelstunde Englisch und Russisch. Wir bekamen ein Arbeitsblatt mit russischen Grammatikübungen für die dritte Klasse, zum Glück bekamen wir Hilfe von unseren Austauschschülern. In der Pause besichtigten wir die Schule und ihr Gelände. Nach dem Unterricht ging’s auf zum Mittagessen. Es war sehr lecker, vor allem die Teigtaschen. Satt und zufrieden schlenderten wir mit den Russischen Schülern durch Rostov. An den wichtigsten Sehenswürdigkeiten hielten wir an und die Schüler gaben uns viele Informationen – Gott sei Dank auf Englisch. Hier einige Beispiele: Das Musiktheater (in Form eines Klaviers), die Philharmonie, die Bibliothek, usw. Unterwegs kamen wir an einem Park vorbei, in dem wir eine Brücke entdeckten, welche mit Vorhängeschlössern „geschmückt“ war. Auf den Schlössern standen jeweils zwei Namen von einem Pärchen. Dies steht für ewige Liebe. Den Abend verbrachten wir in unseren Familien. Einige von uns waren shoppen, andere spazieren. Bei den meisten gab es zum Abendbrot internationales Essen, wie z.B. Nudeln, Fisch, aber auch Borschtsch. Wir haben sehr schönes Wetter, sind bester Laune und lernen fleißig Russisch.
Carolin & Muriel
  
Mittwoch, 24.03.2010
Zuerst hatten wir zwei russische Schulstunden (1 ½ h): Algebra und Architektur. Danach trafen wir uns alle zum Mittagessen: Steak auf Kiewer Art (Butter umhüllt von Schweinefleisch) und Kartoffelbrei.
Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg ins Gymnasium „Junge Forscher“. Wir lernten, dass das Gebäude nicht nur ein Gymnasium ist, sondern auch ein Freizeitzentrum für Kinder und ein Museum.
Nach einem kurzen Rundgang durch den Komplex, begleitet von der Deutschlehrerin des Gymnasiums, wurden wir von einigen Schülern sehr herzlich begrüßt. Eigentlich haben sie zurzeit Ferien, sind aber extra wegen uns in die Schule gekommen. Zu Beginn tanzten wir alle gemeinsam einige kulturelle russische Tänze. Danach hatten die russischen Schüler ein kleines Programm auf Deutsch vorbereitet, welches wir mit Freude ansahen. Sie zeigten uns, was sie alles können: Singen (Rap auf Russisch), Tanzen (HipHop) und Gitarre spielen (ACDC). Außerdem stellten sie uns den Schriftsteller Anton Tschechow vor. Sehr lustig war auch das gemeinsame Singen russischer und deutscher Volkslieder. Am Ende des Programms gab es ein kleines Quiz über Russland.
Danach hatten wir etwas Zeit, uns zu unterhalten und Adressen auszutauschen.
Das Programm beendeten wir mit weiteren traditionellen Tänzen, was uns allen viel Spaß machte.
Nach dem gelungenen Ausflug hatten wir Freizeit, konnten uns in der Stadt aufhalten oder gemeinsam mit den Partnern in die Gastfamilien zurückkehren.
Die süßen Josi & Jessi
  
Freitag, 24. März 2010
Am Freitagmorgen hatten wir, wie jeden Morgen, erstmal Schule. Die ersten beiden Stunden hatten wir Englisch. Dort unterhielten wir uns mit unseren russischen Partnern über unsere Häuser in Deutschland und in Russland. Nach diesen beiden Stunden hätten wir eigentlich im Chemieunterricht sitzen sollen, aber nach einer spontanen Planänderung fanden wir uns im Architekturunterricht wieder.
Zum Mittag gingen wir wieder ins Restaurant, wo wir die vergangenen Tage gegessen hatten.
Danach hatten wir Sportunterricht. Hierzu mussten wir die Sporthalle der Universität besuchen, welche im 9. Stock lag. Somit fiel die Erwärmung schon mal weg. Nachdem wir uns halbwegs von unseren zwischenzeitlichen Asthmaanfällen erholt hatten, teilten wir uns in zwei Teams auf und spielten Staffelspiele. Danach bestand noch die Möglichkeit, Volleyball zu spielen. Das wollten sich einige natürlich nicht entgehen lassen.
Nach dem Sportunterricht konnten wir wieder in die Stadt gehen, um zu shoppen o.ä.
Felix und Clemens
 
Donnerstag, 25. März 2010
Zuerst stand die weltbekannte russische Literatur auf dem Stundenplan, wir behandelten den berühmtesten russischen Roman von Lev Tolstoi „Krieg und Frieden“. Einige Schüler aus der Klasse führten uns ein kleines Schauspiel aus dem Buch vor. Davor gab die Lehrerin einen kurzen Überblick über die handelnden Personen in dem besagten Stück. Um das Gelernte zu unterstützten, schauten wir kurz darauf eine Verfilmung des Stückes.
In der nächsten Stunde waren wir an der Reihe, wir stellten unsere Heimat Thüringen und die entsprechenden Heimatorte vor. Die russischen Schüler waren begeistert und schlugen uns die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten Rostovs vor. Die russischen Schüler wollten den Klang der deutschen Sprache vernehmen, so berichteten wir ihnen über das Leben im Internat und in der Schule, Frau Fuchs dolmetschte das Ganze. Um uns für die bevorstehende Exkursion nach Asow zu stärken, haben wir in der nahegelegenen Mensa gegessen. Uns wurde frisches Gemüse mit Schaschlik serviert, zum Nachtisch gab es Bulotschki, eine Teigtasche mit Schokoladenpudding gefüllt, welche einigen aber nicht „mundeten“.
Kurz darauf saßen wir im Bus Richtung Asow. Im Bus war Thomas der Mittelpunkt der russischen Mädchen und knüpfte viele neue Kontakte. Es wurde viel geredet, und sich in einem gar zu lustigen Mix aus Russisch und Englisch unterhalten, wobei Herr Korngiebel nicht davor zurückschreckte sich unter die Jugend zu mischen. Die erste Station war ein Museum über die frühe Geschichte der Menschheit, mit Bezug auf das Gebiet um Rostov. Wir alle waren sehr geschafft und die Führung dauerte länger als gewollt, wir waren froh, am Ende in den Bus zurückkehren zu dürfen, man muss dazu aber sagen, dass das Museum trotz alle dem sehr interessant war.
Die nächste Station waren die Überreste einer alten Kossakenfestung. Dort machten wir viele Gruppenfotos und freuten uns endlich frei an der frischen Luft bewegen zu können.
Die dritte und letzte Station war ein Museum, welches ein früheres Lager für Schießpulver war. Uns wurde erzählt wie Schießpulver gelagert wurde und wie es in Kanonen gestopft wurde. Anschließend stiegen wir alle geschafft in den Bus und redeten gespannt mit den russischen Jugendlichen weiter. Als wir daheim ankamen, ging ich (Jonas) mit meinem Gastpartner Badminton spielen und fiel nach einem langen Abend und einem guten russischen Abendbrot geschafft ins Bett.
Fabian traf sich am Abend noch mit Josepha und Felix sowie deren Partnern und lief mit ihnen durch die verschiedenen Supermärkte Rostovs.
Jonas Riede & Fabian Erdenberger
 
Samstag, 27.03.2010
Wir trafen uns am Morgen um 9:00 Uhr an dem Restaurant, wo wir die letzten Tage immer zu Mittag gegessen haben. Als gegen 10:00 Uhr dann alle da waren, stiegen wir in einen, ehemals deutschen, Doppelstockbus und fuhren nach Tanais, einer Ausgrabungsstätte einer alten griechischen Siedlung. Die Fahrt verlief sehr ruhig, da die meisten (außer Mr. K, der sich wieder mal unter die Jugend mischte) noch ziemlich müde waren. Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit kamen wir mitten in der Steppe an. Nun besuchten wir das Museum und bekamen eine Führung auf Russisch, doch dank der Dolmetscherin konnten wir alles verstehen. Danach gings aufs Feld und wir besuchten die verfallenen Ruinen der einstigen Stadt. Tanais war sehr interessant und informationsreich, vielleicht etwas zu viele Informationen auf ein Mal. Außerdem war es sehr kalt und windig. Da die Sonne schien, machten wir aber viele schöne Fotos.
Gegen halb 2 ging die Fahrt zurück nach Rostov und es hieß wieder: Freizeit mit den Partnern. Wir gingen shoppen, besichtigten weiter die Stadt Rostov, trafen uns in der Fußgängerzone auf der Puschkinskaja.
Clemens Kaufmann & Felix Schröter
  
Sonntag, 28.03.2010
Am Sonntag hatten wir die Möglichkeit, etwas mit unseren Gastfamilien zu unternehmen. Wir, Fabian, Jonas und ich, haben die Datscha in der Nähe der Ausgrabungsstätten von Tanais besucht. Viele Russen besitzen so ein Landhaus. Dort haben wir gefischt und gegrillt. Am Nachmittag gab es dann noch eine kleine Tour über einen Nebenarm des Don mit dem Boot der Familie. Am Abend kehrten wir dann wieder nach Rostov zurück.
Die anderen Schüler waren auch unterwegs, Clemens in Taganrog am Asowschen Meer, Carolin in Starotscherkassk, einer alten Kosakensiedlung, Thomas in Nowotscherkassk und Starotscherkassk. Jessica, Felix und Josepha waren in der Stadt unterwegs und Muriel im Wald. Es war für alle ein interessanter Tag.
Simeon Atkinson
  
Montag, 29.03.2010
Wie immer hatten wir erst einmal Schule: Englisch und „Fisika“ standen auf dem Plan. Daraufhin hatten wir 30 Minuten, in denen jeder ein bisschen Zeit für sich hatte, und gingen anschließend Mittag essen.
Nach dem Mittag unternahmen wir einen Spaziergang am Donufer entlang. Dabei konnten wir uns schöne, große Schiffe, das gegenüberliegende Ufer, den Stadtrand, die wunderschön gestaltete Uferpromenade und den vorbeirauschenden Don anschauen.
Am Ende des Spaziergangs sind wir in einen nahe gelegenen Supermarkt, der ein Café beinhaltete, gegangen und haben verschiedene Getränke genossen.
Danach stand jedem der Nachmittag zur freien Verfügung. Einige von uns unternahmen noch einen weiteren Spaziergang durch die Stadt, andere kehrten in ihre Gastfamilien zurück.
Josepha & Jessica
PS: Anfrage der Schüler heute: Können wir nicht noch eine Woche länger bleiben?
 
Dienstag, 30.03.2010
Wie jeder Wochentag begann dieser auch mit ein paar Unterrichtsstunden. Wir begannen mit einer Stunde Englisch, danach bereiteten wir zusammen mit Frau Fuchs und Herrn Korngiebel die Abschlussfeier vor. Wir sangen das Rennsteiglied und wurden in die Ablaufstruktur des Abends eingewiesen.
Danach ging es zum letzten Mal in der Kantine essen, diesmal gab es typisch russische Gerichte; Borschtsch und Pelmeni, beides schmeckte allen gut.
Dann kam der Höhepunkt des Tages, der Kinobesuch, wir sahen den Film „Alice im Wunderland“, das ganze genossen wir in 3D und auf Russisch. Die Effekte und Technik des Films sind sehr gut gemacht, doch die Geschichte gefiel uns nicht so ganz, wahrscheinlich sind wir schon etwas zu alt, interessant war jedoch, dass ein fremdes russisches Pärchen im Kino ihrer Liebe scheinbar freien Lauf ließen. Nach diesem „interessanten“ Kinonachmittag begaben wir uns zum Einkaufen in die Stadt. Wir trafen uns mit Freunden der anderen Schule und fuhren mit dem Bus durch die Stadt, Bus fahren ist übrigens sehr preiswert (23 Cent pro Fahrt).
Dann ging es auf einen Snack zu Mac Donalds und anschließend fuhren wir heim, um den letzten wirklich stressfreien Abend zu genießen und nochmal richtig auszuschlafen.
Fabian Erdenberger und Jonas Riede
 
|